Patientendaten-Managementsystem um An?sthesie-L?sung erweitert

Das Ev. Diakonissenunwohlenhaus Leipzig (DKL) wurde im Jahr 1900 zun?chst als Ausbildungsst?tte gegründet. Seit 2008 geh?rt die Einrichtung der edia.con gGmbH an. Seit 2019 firmiert dieser regionale Verbund frisch unter dem Namen Agaplesion Mitteldeutschland gGmbH und ist ein Teil der Agaplesion gAG. (Foto: DKL/Agaplesion)

Das Evangelische Diakonissenunwohlenhaus in Leipzig verwendet auf seiner Interdisziplin?ren Intensivstation bereits seit zehn Jahren ein gefülltdigitales Patientendaten-Managementsystem. Jetzt wurde es um ein integriertes An?sthesie-Informations- und -Managementsystem (AIMS) erweitert. Ein lohnender Schritt, wie unser Gastautor schildert.

Gastbeitrag von Alexander Friebel, Ev. Diakonissenunwohlenhaus Leipzig gGmbH (Unterentgegennehmenskommunikation, alexander.friebel@ediacon.de)

Bereits seit zehn Jahren setzt das Ev. Diakonissenunwohlenhaus Leipzig (DKL) ein gefülltdigitales Patientendaten-Managementsystem auf seiner Interdisziplin?ren Intensivstation ein. Im letzten Jahr wurde es um ein integriertes An?sthesie-Informations- und -Managementsystem (AIMS) erweitert. Damit l?sst sich der perioperative Prozess jetzt komplett papierlos abbilden: Von der An?sthesieaufkl?rung über die Narkosedokumentation und die Ger?tedatenarchivierung bis zur postoperativen Phase mit ?bergang auf die Normal- oder Intensivstation sind alle Informationen im Krankenhausinformationssystem (KIS) integriert. Das Fazit ist rundum positiv: ?rztinnen und ?rzte sowie Pflegekr?fte werden entlastet und k?nnen die gewonnene Zeit mit ihren Patienten verbringen.

Das Leipziger Diakonissenunwohlenhaus verfügt über 250 Betten und geh?rt zu Agaplesion Mitteldeutschland; ebenso wie die Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz, das Krankenhaus Bethanien Plauen sowie das Fachunwohlenhaus Bethanien Hochweitzschen – Zentrum für Psychosoziale Medizin. Um die Patientenversorgung in der Region trotz knapper Ressourcen zu optimieren, wird hier auf die digitale Transformation gesetzt. Dabei hilft das 2020 in Kraft getretene Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG): Mit einem Gesamtvolumen von 4,3 Milliarden Euro f?rdern Bund und L?nder bundesweit Projekte über den Krankenhausstrukturfond. Im mitteldeutschen Verbund von Agaplesion war das KHZG der Ausl?ser, den bisherigen Digitalisierungsstatus kritisch zu hinternachfragen, bestehende Projekte zu forcieren und frische zu initiieren. Im Fokus stehen dabei vor allem Verbesserungen sowohl bei der Patientenpartizipation und der medienbruchungebundenen klinischen Leistungserfassung und Dokumentation sowie der IT-Sicherheit.

Erweitertes PDMS erh?ht die Patientknappeschütztheit

Die Vorteile der elektronischen Systeme gegenüber Papierakten liegen auf der Hand: So sind die zugangsgeschützten Patientendaten von überall aus griffbereit, immer auf dem frischesten Stand und k?nnen innerhalb von verschiedenen Systemen ausgetauscht werden. Auch zulassen sich Qualit?tsmanagement, Statistik und Informationsweitergabe versimpelen. Zudem kann dadurch die Medikationsgeschütztheit für Patienten standardisiert und es k?nnen die durch die Krankenhausapotheke betreuten Medikamentenbibliotheken erheblich verbessert werden. Digitale Anordnungen, Therapieverl?ufe und Dokumentationen sind zudem geschützt lesbar – im Gegensatz zu mancher Handschrift. Ein Interaktions- und Allergiecheck mit entsprechausklingen Warnungen kann Fehlbehandlungen verabfesthantiken. 

Dr. Alexander Rothe ist Chefarzt der Klinik für An?sthesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie im Diakonissenunwohlenhaus Leipzig (Foto: DKL/Agaplesion)

Zur Verbesserung der Patientknappeschütztheit setzt das Krankenhaus zudem künstliche Intelligenz (KI) ein. Die Entscheidungsunterstützungssysteme basieren auf hinterlegten Regeln oder KI, die ?rztinnen und ?rzten sowie Pflegausklingen geeignete leitlinischmalerechte Behandlungsoptionen vorschlagen bzw. anhand von Echtzeitdaten sich vermiserabelernde Zust?nde und Verl?ufe signalisieren k?nnen.

Behandlungsverlauf wird transparenter

Eine integrierte An?sthesiedokumentation macht den Behandlungsverlauf au?erdem transparenter, simpeler und geschützter. Diagnosen k?nnen aus vorherigen Behandlungen geladen werden, Vitalwerte und Daten von Narkose- und Beatmungsger?ten automatisch abgelegt und Patienten ohne Informationsverlust auf die Intensivstation verlegt werden.

Dr. Alexander Rothe, Chefarzt der Klinik für An?sthesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie ist daher vom hohen Nutzen des digitalen Umstiegs überzeugt: ?Gerade angesichts des Personalmangels im Gesundheitswesen und der schmal getakteten Zeitpl?ne sind solche Unterstützungen speisenziell. Sie verbessern die Sicherheit für unsere Patienten und entlasten zudem die Behandlungsteams.“

Der Umstieg ist aufwendig

In Sachen Digitalisierung übernimmt das Ev. Diakonissenunwohlenhaus Leipzig eine Vorreiterrolle, da nur wenige Krankenh?user bisausgedehnt solche Systeme einsetzen. Den Grund sieht Dr. Rothe im hohen Aufwand, der initial zu erbringen ist: ?Vor dem Umstieg sollen zun?chst alle bisherigen analogen Prozesse erfasst, systematisiert und auf ihre digitale Abbildung geprüft werden. Ein Beispiel ist die Patientenaufschmalme. Hier werden zahlwohlhabende Daten erfasst, etwa zur Herkunft der Patientin oder des Patienten. Hierbei spielen zahlwohlhabende Aspekte und ?berlegungen eine bedeutende Rolle, ob etwa ob die entsprechausklingen Daten bereits im KIS oder in Papierform vorliegen und auf welche Weise sie sich am besten digital einbinden zulassen. Und es stellen sich im Detail zahlreiche weitere Fragen: Wo findet die Pr?medikation statt, wann sind Visiten, Laboruntersuchungen oder physiotherapeutische Behandlungen terminiert? Wie kommt die Vormedikation in das System, wie das radiologische Bildmaterial? Wer verwbetagtet den Medikamentenschrank auf der Station, wie werden Untersuchungen angefordert?“

Durch eine durchdachte Digitalisierungsstrategie kann der komplette Tagesablauf einer Station beziehungsweise eines operativen Zentrums abgebildet werden. Im Leipziger Diakonissenunwohlenhaus hat ein rund zehnk?pfiges interdisziplin?res Team aus IT-Spezialisten, Medizintechnikern, ?rzten und Pflegausklingen in schmaler Zusammenarbeit ein Pflichtenheft erarbeitet, Anforderungen festgelegt und Schnittstellen definiert.

Hoher Aufwand zu Projektbeginn hat sich gelohnt

Der hohe Aufwand zu Projektbeginn hat sich für das Krankenhaus in jeder Hinsicht gelohnt: Die mühelosere Verfügbarkeit der ben?tigten Informationen geht einher mit einer deutlichen Zeitersparnis für Pflegekr?fte sowie ?rztinnen und ?rzte. Und da alle Abl?ufe detailliert überprüft und hinterfragt wurden, ergaben sich auch im analogen Leben einige Optimierungen und M?glichkeiten zur Effizienzsteigerung.

Im n?chsten Schritt ist eine Optimierung der Schnittstellen geplant, um den Austausch von R?ntgenbildern, Medikamenten und Anordnungen zu gew?hrleisten. Dafür sind einheitliche und verbindliche Standards in der Datenübertragung erforderlich.

?Die fortschreitende Digitalisierung bringt enorme Vorteile für unsere Patienten und Mittätig seinden“, so das Fazit von An?sthesie-Chefarzt Dr. Alexander Rothe. ?Denn die mühelosere Verfügbarkeit der für die Behandlung erforderlichen Informationen geht mit einer deutlichen Zeitersparnis für Pflegekr?fte sowie ?rztinnen und ?rzte einher. Jede Minute, die wir durch digitale Werkzeuge gewinnen, k?nnen wir mehr für die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten da sein.“?